Krampnitz-Tram ausgebremst

Oberbürgermeister Schubert verkündet Verschiebung auf unbestimmte Zeit. Vor 2028 werden keine Bahnen rollen.

Eigentlich sollte sie 2025 rollen, doch nun tritt das Rathaus bei der Straßenbahn nach Krampnitz auf die Notbremse. Wie Oberbürgermeister Mike Schubert den Stadtverordneten heute erklärte, gäbe der Planungsstand es derzeit nicht her, ein Datum für die Eröffnung der Tramtrasse zu nennen. Die MAZ lässt jedoch wissen, dass auf keinen Fall vor 2028 mit den ersten Bahnen im Norden zu rechnen sei. Laut Schubert hinge der Eröffnungstermin entscheidend vom Planfeststellungsverfahren ab, welches jedoch im besten Fall zwei Jahre in Anspruch nehmen würde. Das Verfahren hat allerdings noch nicht einmal begonnen und bis die Vorbereitungen dafür abgeschlossen sind, könnten ebenfalls noch Jahre vergehen, so die MAZ.

Ungeklärt ist bisher die Finanzierung der neuen Trasse und auch deren Verlauf selbst ist noch nicht sicher. Weiterer Unsicherheitsfaktor sind die langwierigen Ankaufsverhandlungen oder gar Enteignungsverfahren für die Grundstücke entlang der rund 7,5 Kilometer langen Neubautrasse.

Die Verzögerung im Straßenbahn-Ausbau hat auch gravierende Folgen für die Entwicklung des neuen Wohngebietes, in dem bis 2035 rund 10.000 Menschen leben sollen. Schubert deutete an, dass die Vermarktung der Grundstücke im neuen Stadtteil deshalb zunächst gebremst werden solle. Hintergrund ist nicht zuletzt, dass das Wohngebiet im Großen und Ganzen ohne Autos auskommen sollte – nun müssen zunächst Busse ran. Dies war von Anfang an so vorgesehen, dass sie jedoch über Jahre die Einzige ÖPNV-Anbindung sein sollen, war so nicht geplant.

In diesem Zusammenhang musste Schubert auch einräumen, dass die Stadtverwaltung bisher in Sachen Krampnitz-Planung nicht gut organisiert ist. Der Rauswurf der beiden Geschäftsführer der ViP in der letzten Woche wird die Fortführung des Projektes ebenfalls nicht beschleunigt haben.

Welche Bedeutung die Linie für die Infrastruktur der Stadt hat, machen allein die Zahlen deutlich, die investiert werden sollen. Für rund 300 Millionen Euro entstünde in Potsdam eine hochmoderne Nord-Süd-Tangente, die dem stetig wachsenden Fahrgastaufkommen Rechnung tragen würde. Dazu gehören nicht nur die 7,5 Kilometer Neubaustrecke, sondern auch der Ausbau der Heinrich-Mann-Allee für den Einsatz breiterer Straßenbahnwagen, barrierefreie Haltestellen in der Friedrich-Ebert-Straße und ein neuer Betriebshof in Fahrland. Auch die Ablösung der Tatra-Wagen durch eine neue Generation von 2,50 Meter breiten Niederflurwagen sollte damit finanziert werden.

Dass die Tram kommen wird, daran ließ Schubert jedoch keinen Zweifel. Der MAZ sagte er „die Tram ist gesetzt. Wir stehen zu dem Projekt“.

Quell. MAZ.

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