Mit der Tram wieder durch die Friedrich-Engels-Straße?

Der neue Nahverkehrsplan der Stadt Potsdam soll 2019 in der SVV beschlossen werden. Mit dabei sind auch drei neue Strecken für die Tram. Die Trasse nach Krampnitz ist so gut wie sicher, doch auch die Pläne für Golm und Babelsberg lassen sich sehen.

Über 80 Jahre lang fuhr die Straßenbahn durch die heutige Friedrich-Engels-Straße nach Babelsberg. 1992 war Schluss – die Strecke war verschlissen und die Fahrgastzahlen zu gering. Nun könnte die Trasse ein Comeback erleben. Ginge es nach dem Willen der Potsdamer Verkehrsplaner, soll die alte Trasse reaktiviert und wesentlich verlängert werden. In dieser als „langfristig“ beschriebenen Planung soll die Bahn demnach am Hauptbahnhof in die Friedrich-Engels-Straße einbiegen und dann der alten Trasse bis zum Lutherplatz folgen. Weiter ginge es dann jedoch nicht wie früher durch die Daimlerstraße, sondern entlang der Großbeerenstraße bis zum Bahnhof Medienstadt. Hier soll die Tram dann in die Wetzlarer Straße abzweigen und nach kurzer Fahrt den Betriebshof der ViP und damit auch das Stammnetz erreichen.

Mehr Fahrgäste, mehr Flexibilität

Über einen Fahrgastmangel wie noch in den 1990er Jahren wird sich niemand beklagen können – hunderte neue Wohnungen sind auf dem alten RAW-Gelände entstanden, und aktuell laufen die Planungen für ein international bedeutsames IT- und Innovationszentrum auf den Resten der früheren Bahnanlagen. Über 1.000 Menschen sollen hier arbeiten. Die Busse auf der Großbeerenstraße sind ebenfalls gut gefüllt.

Für die ViP brächte die neue Strecke vor allem mehr Flexibilität. Der Betriebshof wäre über eine weitere Trasse angeschlossen und bei Sperrungen im Stadtzentrum (zuletzt immer wieder wegen der Entschärfung von Weltkriegsbomben) könnte über die Betriebsstrecke durch die reaktivierte Daimlerstraße auch das südliche Tramnetz weiter bedient werden. Ein kurzes Stück dieser Trasse existiert noch als Wendedreieck am Rathaus Babelsberg.

Alternativ zur beschriebenen Trassenführung wird auch eine eingleisige Durchfahrung der Kopernikusstraße geprüft. Dabei würde die Straßenbahn bis zum Rathaus Babelsberg über die vorhandene Trasse geführt und dann die S-Bahn unterqueren. Am Findling würde sie dann auf die Großbeernstraße treffen und von hier wie oben beschrieben den Betriebshof erreichen.

Bahnhof Medienstadt wird nicht gequert

Ursprüngliche Planungen, die neue Straßenbahntrasse über die Neuendorfer Straße weiterzuführen und dann am Keplerplatz wieder auf das vorhandenen Netz treffen zu lassen, sind wohl weitgehend vom Tisch. Zu teuer wäre eine unterirdische Querung des Bahnhofes Medienstadt.

Golm wieder auf dem Plan

Nach erheblichen Protesten gegen die ursprünglichen Trassenpläne nach Golm ist die Straßenbahnplanung hier gänzlich geändert werden. Statt wie bisher geplant über die Geschwister Scholl-Straße und am Neuen Palais vorbei nach Golm zu fahren, ist nun geplant, die Tram von der Kirschallee weiterzuführen. Über die Potsdamer Straße und die Mitschurinstraße in Bornim, ginge es dann weiter zum Bahnhof nach Golm.

Neuer Betriebshof in Fahrland

Die Trasse nach Krampnitz kommt ganz sicher und soll bis 2025 angeschossen sein. Dann sollen auch die ersten Straßenbahnen morgens von einem neuen Betriebshof ausrücken können. Die Stadt plant dazu mit einem Gelände neben der Fahrländer Regenbogenschule. Zeit- und Kostenpläne gibt es allerdings für die genannten Projekte (bis auf die Trasse nach Krampnitz) noch nicht. Ideen aber offensichtlich genug und das ist wichtig für die wachsende Stadt und ihren wichtigsten öffentlichen Verkehrsträger.

Quelle: MAZ Online vom 02.01.2019

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