Potsdam ist Testgelände für die erste autonom fahrende Tram der Welt

Combino-Prototyp Nr. 400 als Versuchsträger für autonomes Fahren.
Combino-Prototyp Nr. 400 als Versuchsträger für autonomes Fahren. Die Aufnahme entstand am-Platz. Deutlich sind die Sensoren im Frontbereich des Wagens zu erkennen. Quelle: http://www.siemens.com/presse

Im Rahmen der InnoTrans 2018 wird Siemens Mobility gemeinsam mit der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH das Forschungsprojekt zur weltweit ersten autonom fahrenden Straßenbahn vorstellen. Auf einem sechs Kilometer langen Teilstück des Potsdamer Tramnetzes soll der Erprobungsträger vom 18. bis 21. September im realen Straßenverkehr eingesetzt werden.

Die ViP hat für dieses Projekt den Combino-Prototypen Nr. 400 zur Verfügung gestellt welcher mit mehreren Lidar-, Radar- und Kamerasensoren ausgestattet wurde. Diese dienen dem Fahrzeug als „digitale Augen“ und erfassen dessen Verkehrsumfeld erfassen. Gleichzeitig interpretieren und bewerten komplexe Algorithmen als „Gehirn“ die jeweilige Fahrsituation, sie geben eine Prognose zur weiteren Entwicklung und lösen die erforderliche Reaktion der Tram aus. Die KI (künstliche Intelligenz) achtet dabei auf die Lichtsignale, hält an den Haltestellen und soll eigenständig auf Gefahren wie kreuzende Fußgänger und Fahrzeuge reagieren. Siemens Mobility erklärt, das erste Unternehmen zu sein, welches eine autonom fahrende Straßenbahn für Entwicklungszwecke auf die Schiene bringt.

Dass es sich bei dem Projekt noch um ein frühes Stadium der Entwicklung handelt, wird auch dadurch deutlich, dass der Erprobungsträger nicht für den kommerziellen Einsatz ausgelegt ist. „Ziel des Entwicklungsprojekts ist es, die technologischen Herausforderungen des autonomen Fahrens unter realen Einsatzbedingungen zu erfassen, Lösungsansätze dafür zu entwickeln und zu testen“, so Siemens in seiner Presseerklärung. Gemeinsam mit ViP ist bereits eine Fortführung der Zusammenarbeit im Gespräch.

Der 1996 von Siemens gebaute Prototyp der Combino-Serie wurde nach Abschluss der Testreihe, die den Wagen durch halb Europa führte, im Jahre 2004 an die ViP übergeben. Der Wagen wurde mit der Nummer 400 in den historischen Wagenpark des Verkehrsbetriebes aufgenommen. Im April 2008 entschied die ViP, den Wagen für den Linienverkehr anzupassen. Im Januar 2010 rollte der Wagen erstmals wieder im Liniendienst und wurde auf den Namen der Potsdamer Partnerstadt „Perugia“ getauft.

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6 Kommentare zu „Potsdam ist Testgelände für die erste autonom fahrende Tram der Welt

      1. Privat ja, aber egal worum es geht, die Firma holt sich für jeden Mist Fördergelder. Egal ob es um moderne Technik geht, oder Objekte um Umweltschutz. Ein gutes Beispiel sind die LKW’s, und der E-Highway. In der USA ein Flopp (Behörden bezahlten 3 mio, weil keine Firma bereit war die Kosten zu übernehmen). Hier in Deutschland fördert der Staat den Umbau auf der Autobahn für die Teilstrecke. Ähnlich ist das mit der Tram. Auch hier gibt es vom Staat einige Fördergelder zum Zweck der Forschung. Sei es nur die Entwicklung der Schaltkreise, der Transport der Fahrzeuge oder den Verbrauch an Strom bei den Testfahrten.

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  1. Wie immer Siemens…
    Lernt der Staat / die Stadtt Potsdam nie daraus ?
    Fünf Beispiele, die mir auf der Schnelle einfallen, zeigen was Siemens so drauf hatte….

    1. Die stolze Combino an sich, mit der Tollen Idee, die Technik auf’s Dach zu setzen….
    Fazit : Risse im Dach samt Einsturzgefahr… Im Nachhinein erzählte man mir auch was von Steilkurven in Hiroschima, wo bei Stillstand die Gefahr bestand, dass sie umkippt.
    2. Elektro-Highway und Oberleitungs-LKW. Teststrecke bei Templin und nun auch auf der ersten Autobahn. Kosten ohne Ende für etwas, was es längst schon gibt. Man nannte es Eisenbahn J. Aber Ernsthaft. LKW’s mit Oberleitung gab es schon länger. Somit nichts neues. Gerade mal die Stromabnehmer wären eine neue Idee. Doch werden nun etliche Fuhrunternehmen die Technik umrüsten ? Und ist das ein sinnvolles Objekt, wenn doch eigentlich Güter wieder auf Schienen sollen ?
    Fazit : Hier werden noch Millionen investiert, für ein Projekt, dass sicherlich nur paar Jahre genutzt wird, sich aber nie wirklich durchsetzt, ausgenommen für ein kleinen Pendelverkehr, wo man aber auch die bisherige Technik nutzen könnte, wenn man wollte.
    Übrigens, was hier noch in der Probephase ist, wird in der USA bereits als halber Flopp abgefertigt. Dort fahren satte drei LKW, die Umrüstung der letzten zwei LKW’s kostete nur 3 mio Dollar, gesponsert durch Behörden.
    3. Autonomer Busverkehr. Auch bei diesen Spielzeug hat Siemens seine Finger im Spiel. Schön, dass etliche Kameras und Sensoren alles beobachten. 20 km/h und Unfallfrei. Leider finde ich das Video bei Youtube nicht mehr, auf dem solch Spielzeug eine Vollbremsung einlegte, weil eine Taube sich im letzten Moment entschieden hat, die Fahrbahnseite zu wechseln. Die 20 km/h reichten aus, dass sich jemand in dem Bus hinlegte. Unvorstellbar, wenn sowas bei 50 km/h passiert. Immerhin, die Taube hat überlebt. Nebenbei.. in Berlin machte man sich schon des öfteren den Spaß, einfach mal vorzutäuschen vor dem Bus zu springen. Wird wohl unter Jugendlichen ein lustiger Trent werden.
    Fazit: Dank jeder Menge Fördergelder, hat Siemens Alstom ein tollen Start an der Börse alles andere wird Nebensache, während die Fahrzeuge in einem Kurort anderen Autofahrern den Verkehr blockieren.
    4. Das beste Beispiel das Milliardengrab Transrapit. 2,3 Mrd. DM an Steuergeldern, war der Stand 2000.
    Fazit hier : Eine stillgelegte Teststrecke samt Fahrzeuge alias „Lost Place“, eine eher unrentable Strecke in China, wo das Land inzwischen einen Eigenen Entwurf nutzt.
    5. Viele werden sich kaum dran erinnern, nach der Wende kaufte Siemens etliche Betriebe der DDR auf. U.a. GRW oder COT in Teltow. Mit staatlicher Unterstützung sollten die Betriebe modernisiert werden. Doch wurden nur die Gebäude schön gestaltet, um sie später zu verkaufen. Wichtig war nur die Technik, und die Patente, die keiner Konkurrenz in die Finger fallen sollen.

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