Tram-Ausbau in Babelsberg?

Der geplante massive Ausbau der Babelsberger Medienstadt, lässt auch die Pläne für eine Anbindung an das Straßenbahnnetz wieder aktuell werden. Bereits seit Jahren wird um den besseren ÖPNV-Anschluss des weltweit bekannten Produktionsgeländes gerungen. In den rund 130 hier beheimateten Firmen arbeiten fast 2.000 Menschen. Zudem ist die Filmstadt mit Filmuniversität und Filmgymnasium eine wichtiger Schulstandort. Auch hunderte neuer Wohnung entstehen auf dem Areal, welches derzeit nur durch Buslinien bedient wird.

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Noch biegen vom Bahndamm zum Stern nur Betriebsgleise ab. In einigen Jahren könnte es von hier auch nach Babelsberg weitergehen.

Daher, so die PNN heute, sollen zur besseren Anbindung des gesamten Stadtteils Babelsberg die Pläne für eine Tram durch die Großbeerenstraße endlich forciert werden. So kündigte die Stadtplanerin Viola Holtkamp eine umfassende verkehrstechnische Untersuchung an, bei der (erneut) verschiedene Trassenführungen geprüft werden sollen.

Beide zu prüfenden Varianten sehen einen Anschluss des Babelsberger Streckenastes an die Trasse zum Stern und Kirchsteigfeld vor:

Variante eins würde ab dem Lutherplatz durch die gesamte Großbeerenstraße geführt werden, die Eisenbahnschienen am Bahnhof Medienstadt unterqueren und dann durch die Neuendorfer Straße zum Johannes-Kepler-Platz führen. Wegen des Tunnelbaus wäre dies die teurere Variante. Die PNN spricht von geschätzten Kosten von rund 75 Millionen Euro. Dieser Variante wurde im Februar 2002 von der Stadtverwaltung eine Absage erteilt. Damals hatte die Verwaltung den Einwendungen der Bürger gegen diese Linienführung im so genannten Abwägungsvorschlag zum Bebauungsplan Nr. 97 stattgegeben.

Demnach erscheint heute die zweite Variante als die Wahrscheinlichere: hiernach würde die Tram nach Erreichen des Bahnhofes Medienstadt in die Wetzlarer Straße abbiegen und durch das dortige Gewerbegebiet bis zum Betriebshof der ViP rollen. Dort könnte sie über die derzeitige Betriebsstrecke an die Stern-Trasse angeschlossen werden.

Eine Verknüpfung der Babelsberger und der Stern-Strecke ist von der ViP auch in Hinblick auf Betriebsstörungen gewünscht. Derzeit muss bei Störungen das Tramnetz immer wieder in zwei Teile geteilt werden. Mit den nun wieder diskutierten Plänen könnten die südlichen Wohngebiete auch über die Humboldtbrücke erreicht werden.

Der Technische Geschäftsführer der ViP, Oliver Glaser, bezeichnete den Ausbau gegenüber der PNN „als strategisch langfristiges Ziel“. Tatsächlich dürften demnach noch rund 15 Jahre vergehen, bevor der Lückenschluss erfolgen kann.

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