ViP Technikchef: Kauf der Variobahn war ein Fehler

Der technische Geschäftsführer der ViP hat den Kauf der Variobahn der Firma Stadler als einen Fehler bezeichnet. Wie die Märkische Allgemeine in ihrer Online-Ausgabe berichtete, sagte Oliver Glaser im Rahmen einer Informationsveranstaltung: „für 2,5 Millionen Euro das Stück haben wir uns Probleme ins Haus geholt, die wir früher nicht hatten“. Er habe Verständnis für die Kritik der Fahrgäste, die sich vor allem immer wieder über die Enge in den Bahnen beschweren. Dies hinge mit der Bauart der Wagen zusammen. Wagen mit Radnabenmotoren würden, so Glaser, solange er bei Betrieb etwas zu sagen habe, nicht mehr angeschafft.

Variobahnen am Bahnhof Babelsberg
Ungeliebte Kinder: die Variobahn kommt bei der ViP nicht gut an.

Die Variobahnen waren im Jahre 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt worden und von Anfang an hatte es Kritik an der Bahn gehagelt. Zog die ViP anfangs offiziell jedoch noch eine positive Bilanz, so bekennt man nun auch öffentlich den Fehlkauf. Als Grund für die Beschaffung der Bahnen vor seinem Amtsantritt, machte Glaser vor allem die Marktsituation nach der Combino-Krise verantwortlich. Die Firma Siemens, deren Combino die ViP eigentlich in großer Stückzahl (48 Wagen) beschaffen wollte, war nach der sogenannten Combino-Krise nicht infrage gekommen. Osteuropäische Anbieter, so Glaser seien damals noch nicht am Markt präsent gewesen, andere Hersteller hätten kein Interesse gezeigt oder unerfüllbare Forderungen gestellt (so Bombardier, die statt der geforderten 2,40 Meter breiten Fahrzeuge nur 2,60 Meter breite liefern wollten).

Combino-Verlängerung wird konkret

Noch einmal ging Glaser auch auf die Combino-Verlängerung ein. Demnach werden die jüngsten acht der insgesamt 17 Combinos umgebaut. Es handelt sich somit um die Fahrzeuge der Lieferserie aus dem Jahre 2000 (409-412) und 2001 (413-416). Die Wagen werden um 10 Meter verlängert und können statt bisher 175 dann 214 Fahrgäste aufnehmen. Die Nutzungserwartung für diese Bahnen kann so um weitere acht Jahre verlängert werden. Der Preis für diese Umbauaktion, die auch eine Verlängerung der Werkstatt auf dem Betriebshof der ViP nach sich zieht, beträgt 18 Mio. Euro.
Eine Verlängerung der wesentlich jüngeren Variobahnen sei aufgrund ihrer Bauart nicht möglich. Ihre Motorisierung sei für zwei weitere Segmente, die in die Mitte der Züge eingehängt werden sollen nicht ausreichend. Auch diese Module müssten daher motorisiert werden, was die Verlängerung unvertretbar teuer werden ließe und die Bahn zu schwer für Brückenüberfahrungen mache.

Werbeanzeigen

2 Kommentare zu „ViP Technikchef: Kauf der Variobahn war ein Fehler

  1. Interessant…
    …das aus nicht bestimmten Gründen der Kauf weiterer Combinos kein Option mehr war. In Erfurt
    sah das irgendwie anders aus. Sogar hat man dort ab 2011 einen 3. Combino-Typ auf die Schiene
    gebacht und damit die letzten Tatras abgestellt. Die Expertise die Siemens aus der Combino-Krise
    gewonnen hat konnte man bei den Potsdamer Stadtwerken und im Rahaus wohl nicht erkennen….
    … schade.
    Auch erwähnenswert ist, dass Bombardier sogar ein 2,3 m Breites Fahrzeug namens „Flexity Classic“ seit gut einem Jahrzehnt im Sortiment hatte. Da kann ich verstehen, dass man nur die wahl hatte die Variobahn zu kaufen…

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s